3 Faktoren sind für die Entstehung von Krankheiten enorm wichtig: 1.) Blockaden des Nervensystems, 2.) Mangelzustände und 3.) Gifte. Daher hinterfrage ich regelmäßig gewisse Erkenntnisse und Wahrheiten der konservativen Medizin, stelle meine eigenen, naturheilkundlichen Überlegungen dazu an und beschreite gerne völlig andere Therapiewege, um Licht ins therapeutische Dunkel zu bringen.

SÄURE-BASEN-HAUSHALT

Was sind Säuren?

Säuren sind chemische Verbindungen, die Wasserstoff enthalten, und sauer schmecken. Mit Metallen oder mit Basen reagieren sie chemisch und bilden neutrale Salze. Die wichtigsten Säuren sind Salzsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure und Schwefelsäure. Basen sind als chemische Stoffe gleichsam der Gegenpart der Säuren und werden als basisch oder alkalisch bezeichnet. Mit Säuren reagieren sie und bilden neutrale Salze.

Definition pH-Wert

Der pH-Wert ist der Messwert für den Grad der sauren bzw. basischen Reaktion eines Stoffes. Das Kürzel pH steht für das lateinische 'potentia hydrogenii' und bezeichnet die Reaktionsstärke des Wasserstoffes. Gemessen wird die Konzentration an Wasserstoffionen, die Auskunft gibt über den sauren oder basischen Charakter einer Lösung.
Die Skala des Säuregrades reicht von 0 bis 14. 0 ist der stärkste Säuregrad und 14 die höchste basische Reaktion. Bei 7 liegt der neutrale Punkt, den reines Wasser aufweist.

Säurequellen

Säuren entstehen durch psychischen Stress wie Ärger, Zorn, Wut, usw.. Außerdem ist die aufgenommene Nahrung die Hauptquelle für den Beginn der Säurekatastrophe. Bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, die entweder über die Leber und Niere ausgeschieden oder über die Lunge abgeatmet werden müssen. Da die meisten dieser Produkte sauer sind, können sie unser Blut und letztendlich unseren Körper übersäuern.

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Verschiedene Getreideprodukte
Je höher der Anteil des vollen Korns ist, desto geringer ist die Säurelast und um so weniger sauer wirkt das verzehrte Getreide auf den Organismus. Daher sollten Vollkornprodukte bevorzugt werden.

Wir sollten uns immer so ernähren, dass sich Säurebildung und Säureausscheidung die Waage halten. Doch leider setzt sich unsere Nahrung so zusammen, dass wir mehr Säuren aufnehmen als ausscheiden.

Säurelast im Blut

Das menschliche Blut toleriert jedoch nur einen sehr engen pH-Bereich von 7,3 - 7,7. Da bei schlechter Ernährung das Blut mehr Säuren aufnehmen muss als es zur Ausscheidung bringen kann, lagert das Blut die Säuren im Bindegewebe zwischen, um sie von dort bei basischer Reaktionslage wieder hervor zu holen und zur Ausscheidung zu bringen.
Doch leider ist das selten der Fall: Wegen der schlechten Ernährung ist das Blut gezwungen, mehr Säure im Bindegewebe zu deponieren als es aus den Depots wieder lösen kann. Aber irgendwann ist auch die größte Deponie übervoll. Dann werden Gelenke und Sehnen (besonders die Sehnenansätze) und schließlich auch die Muskeln als neue Depots herangezogen, um die Säuren und Gifte aus dem Blut fern zu halten. Nicht von ungefähr äußert sich ein Gichtanfall in einem Anschwellen der Gelenke der großen Zehen oder der Fingergelenke. Dort nämlich deponiert der Organismus die Harnsäurekristalle, wenn die biologisch dafür vorgesehenen Speicher überfüllt sind.

Auswirkungen auf den Organismus

NNicht von ungefähr halten Säurespezialisten Rheuma und die Polyarthritis (schmerzhafte Entzündung verschiedener Gelenke des Körpers) für eine Folge der übermäßigen Ablagerung von Säuren und sonstiger biologischer Gifte im Körper.

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Gutartiges Magengeschwür
Aufgrund einer erhöhten Salzsäureproduktion des Magens beginnt der Magen, sich selbst zu verdauen. Die so entstehenden Magengeschwüre können sehr schmerzhaft und auch Auslöser ernsterer Magenerkrankungen sein. Auf den Abbau psychischen Stresses im täglichen Leben sollte daher großer Wert gelegt werden, denn Psychostress fördert die Absonderung der Magensäure.....

Auch die roten Blutkörperchen leiden im zu saurem Milieu. Schmiegsame Blutplättchen werden fest und hart und sie können nicht mehr so gut durch feine Blutgefäße dringen, um auch die äußersten Bereiche des Organismus mit Sauerstoff zu versorgen. Wissenschaftler sprechen dann von einer Säurestarre der roten Blutkörperchen.
Unter dieser Säurestarre leiden alle Körperzellen, die zu viel Säure aushalten müssen. Übersäuerte Zellen können wiederum über das Blut nur schlechter mit Mikronährstoffen versorgt werden. Als Reaktion auf den Sauerstoffmangel entsteht im Inneren der Zelle vermehrt Milchsäure, wodurch die Zelle noch saurer wird –und kann am Ende sogar absterben.
Herzinfarkt und Schlag- anfall sind in den Augen der Säurespezialisten die Folge reiner Säurekatastrophen. Deswegen erhält ein Herzinfarktpatient als eine der ersten Maßnahmen eine Infusion mit Natriumhydrogencarbonat -genau die Substanz, die der Körper zur Ausscheidung von Säuren selbst herstellt- um das Blut wieder schnell fließfähiger zu machen. Interessant. Der Einfluss von Säuren wird erst bei lebensbedrohenden Zuständen berücksichtigt. Im normalen Leben hat man den Eindruck, dass ein Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes normalerweise nicht Teil medizinisch-therapeutischer Ansätze ist!?!

Ausscheidung von Säuren

Die Natur hat uns einen Mechanismus mitgegeben, der die Ausscheidung der Säuren ermöglicht: Bei der Bildung von 1g Magensäure entstehen ca. 2,3g basische Stoffe, die der Körper in Verbindung mit negativ geladenen Mineralien zur Ausscheidung der Säuren benützt. Der Organismus kann aber bei einer bestehenden Übersäuerung die zur Ausscheidung benötigten Basen nicht alleine produzieren, es funktioniert nur bei gleichzeitiger Herstellung der Magensäure, da das Natriumion der Magensäure zur Basenherstellung benötigt wird.

Sodbrennen als Zeichen einer Säureüberladung

Unter obigen Aspekt ist das Sodbrennen zwischen den Mahlzeiten nur zu gut verständlich: Der Körper produziert Magensäure, weil er Basen zur Ausscheidung der Säuren benötigt. Da aber der Magen leer ist und kein Speisebrei im Magen die abgesonderte Magensäure binden kann, greift die Magensäure die Schleimhäute des Magens an.
Doch dieser versucht sich vor Schleimhautschädigungen zu schützen, indem er die Säure nach oben oder nach unten entfernt. Schiebt der Magen die zur Verdauung nicht benötigte Säure nach oben in die Speiseröhre, kann das Brennen bis in den Hals hochsteigen. Wenn dies häufig passiert, sind starke, zum Teil irreversible Verätzungen der Schleimhaut die Folge. Das Problem liegt dann nicht in einem schlechten Verschluss des Muskels des Mageneingangs, wie Patienten immer wieder hören, das Problem ist mit weit höherer Wahrscheinlichkeit eine Übersäuerung des Organismus.
Aber wählt der Magen den anderen Ausgang, kommt die Magensäure in den Zwölffingerdarm, dessen Schleimhaut die hohe Säurebelastung ebenfalls nicht verkrampfen kann und mit Geschwüren darauf reagiert. Studien an Mäusen und Ratten haben gezeigt, dass Zwölffingerdarmgeschwüre während einer konsequenten Entsäuerungstherapie verschwanden. Menschen reagieren ebenfalls äußerst positiv auf magensäurebedingte Beschwerden des Verdauungstraktes.
Früher war im Akutzustand des Sodbrennens ein Antazidum Mittel der Wahl. Es hat geholfen, Säure schnell zu binden. In der moderneren Therapie werden Protonenpumpenblocker (Substanz z.B. Omeprazol) eingesetzt, um die Bildung der Magensäure einzuschränken. Prinzipiell hat der Einsatz von "Magensäureblockern" den Nachteil, dass damit die Entgiftungsfähigkeit von Säuren eingeschränkt wird, denn weniger Magensäure heißt auch weniger Bildung basischer Stoffe zur Säureausscheidung!

Und dann stellt sich die Frage: Welchen Sinn macht es danher, die Magensäureproduktion zu blockieren, wenn dadurch die dringend benötigte Basenproduktion auch blockiert wird? Ohne Basen keine Ausscheidung von Säuren aus dem Körper. Das Resultat der Säureproduktionsblockade ist eine weitere Versauerung des Organismus mit immer stärker werdenden chronischen oder plötzlich neu auftretenden Beschwerden. Diese werden meist mit Medikamenten (die ihrerseits wieder säurebildend wirken) bekämpft. Ein Teufelskreis beginnt, denn Medikamente fördern die Übersäuerung noch mehr, und kann nur mit einer konsequenten Entsäuerungstherapie unterbrochen werden.
Es gibt z.B. noch andere Mechanismen der Säureausscheidung: Als ein Beispiel sei das reichliche Schwitzen erwähnt. Über den Schweiß werden die Säuren aus dem Gewebe transportiert und ausgeschieden. Deswegen ist der Saunagang (neben anderen Effekten) so gesund.
Konsequente Entsäuerung erfordert im Normalfall den Verzicht auf stark säuernde Lebensmittel und die Einnahme entsäuernder Medikamente bzw. Nahrungsergänzungsmittel. Allerdings können mit den meisten Entsäuerungsprodukten die tiefen Azidosen (Übersäuerungen) nur schlecht erreicht werden. Außerdem sind teilweise die Einnahmeempfehlungen der Produkte falsch und tragen, sofern man sie befolgt, sogar zu einer weiteren Übersäuerung des Organismus bei.
Wird zu schnell nach einem eiweißhaltigem Essen mit Natriumhydrogencarbonat die Magensäure neutralisiert, führt das zu einer unvollständigen Andauung der Eiweiße. Diese werden zu grobstofflich in den Darm transportiert, wo sie über Enzyme nicht vollständig aufgeschlossen werden können. Dies führt zu Gärunsprozessen mit Verdauungsproblemen, Blähungen, Schmerzen im Unterbauch, Koliken und zu einer weite
ren Übersäuerung, obwohl ein Mittel gegen Übersäuerung eingenommen wurde.


Bestimmung des Säuregrades

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Farbumschlag des Indikatorpapiers
Es gibt verschiedene Substanzen als Basis für den Farbumschlag des Indikatorpaoiers. Die gleich Farbe muss also nicht unbedingt den gleichen pH-Wert der getesteten Flüssigkeit bedeuten.

D ie Säurebelastung des Organismus kann recht einfach -jedoch nicht sehr genau- bestimmt werden: Morgens vor der Nahrungsaufnahme ein Indikatorpapier (gibt es in der Apotheke) kurz in den Morgenurin halten. Anhand der Verfärbung kann der pH-Wert bestimmt werden. Die Testung sollte über eine Woche wiederholt werden, um zu einem einigermaßen gesicherten Ergebnis zu kommen. Werte zwischen 7,4 und 7,0 sind ideal, Werte unter 7 zeigen schon eine Versauerung an. Werte mit einer 5 vor dem Komma sind als sehr sauer einzustufen.

Folgende Krankheiten können mit einer Azidose des Organismus in Verbindung gebracht werden:
  • Allergien, Antriebsschwäche, Arthritis, Arthrose, Asthma bronchiale,
  • Bandscheibenprobleme, Bindegewebsschwäche Bindehautentzündung, Bluthochdruck, Blutfette, Bronchitis,
  • Depressive Verstimmungen, Diabetes Typ II, Durchblutungsstörungen,
  • Ekzeme, Erschöpfung,
  • Fieber,
  • Gallensteine, Gastritis, Gedächtnisschwäche, Gicht,
  • Haarausfall, Hauterkrankungen, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Hörsturz,
  • Infektionsanfälligkeiten,
  • Kalte Hände und Füße, Körpergeruch, Kopfschmerz, Krebs,
  • Leberschwäche,
  • Magenstörungen, Migräne, Multiple Sklerose, Mundgeruch, Muskelverspannungen,
  • Neuralgien, Nierensteine, Nierenerkrankungen,
  • Osteoporose,
  • Pilze, Polyarthritis,
  • Reizbarkeit, Rheumatische Erkrankungen, Rückenschmerzen,
  • Schlafstörungen, Schlaganfall, Schwangerschaftserbrechen, Schwitzen, übermäßiges Sodbrennen, Stressanpassung,
  • Verdauungsbeschwerden, Verstopfung,
  • Weichteilrheuma,
  • Zahnschäden, Zwölffingerdarmgeschwür,
  • u.a.m...


Folgende Tabelle zu Säure- und Basenbildnern aus der Nahrung soll nur eine kleine Orientierungshilfe sein. Innerhalb einer Speisengruppe kann der Grad sich je nach Herstellungsart oder Wachstumsbedingungen verändern. Für genauere Informationen hält der Buchhandel eine große Auswahl an Literatur bereit.

Säure- und Basenbildner in der Nahrung

Starke Basenbildner schwache Basenbildner schwache Säurebildner starke Säurebildner
Gemüsesäfte Buttermilch Quark Hartkäse
Früchte Sauermilch Haselnüsse Fleisch, Wurstwaren, Fisch
Gemüsefrüchte Vollmilch Weizenvollkornmehl Eier
Blattgemüse, Blattsalate Trockenobst Roggenvollkornmehl Schokolade, Kakao
Knollen-, Wurzelgemüse Apfelkraut Vollkornknäckebrot Weißmehl und Erzeugnisse daraus
Kartoffeln Dattel-, Rübensirup Vollkornbrot Kaffee
Pfifferlinge, Steinpilze Vollsojamehl Erzeugnisse aus Vollkornschrot Industriezucker und Produkte mit Industriezucker
Molke Weizenkeime, Keimlinge Bier Erdnüsse, Paranüsse
Gurken, Rhabarber, Lauch Feldsalat liebliche Weine hochprozentiger Alkohol


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Weiße und braune Schokolade
Die Höhe des Glukoseanteils in der Schokolade bestimmt, wie stark Schokolade sauer verstoffwechselt wird - dies gilt auch für andere Süßigkeiten. Der Verzehr von Schokolade mit einem hohem Anteil an Kakao ist daher wesentlich vorteilhafter - und erlaubt trotzdem süßen Genuss.

Anmerkungen zur Säuretabelle

  • Der Reifegrad des Obstes ist äußerst wichtig für die basischen oder sauren Eigenschaften der Frucht. Je weniger die Frucht ausgereift ist, desto sauerer ist sie auch. Erst nach vollständiger Reifung am Baum, Strauch oder Stock ist das gute ausgewogene Verhältnis an Säure und Basen gegeben. Früchte, die während des Transports nachreifen weisen ein stark erhöhten Säurewert im Vergleich zur Naturreifung auf. Ein richtig gereifter Pfirsich enthält kaum Säuren, er schmeckt zuckersüß.
  • Die Banane ist meines Wissens das einzige Obst ohne Säuren.
  • Fruchtsäfte besitzen fast immer einen höheren Säuregehalt als die Frucht selbst. Deswegen ist davon eher Abstand zu halten.
  • Wird Fruchtsäften Zucker zugemischt, wird das säuernde Potenzial erhöht. Bei Personen mit einer gestörten Verdauungsfunktion und gestörtem Säure-Basen-Haushalt wirken z.B. Tomaten, Zitronen oder Orangen säuernd.
  • Fruchtsäuren werden bei höheren Temperaturen leichter "entsorgt" als bei niedrigen. Deswegen ist der Sommer die geeignetste Jahreszeit für den Verzehr von Obst. Im Winter wird Obst in größeren Mengen schlechter vertragen.
  • Nach 18.00 Uhr werden Fruchtsäuren schlechter verstoffwechselt und aus Fruchtzucker entsteht Fuselakohol. Gleiches passiert auch, wenn Obst nach der Mahlzeit gegessen wird. Obst sollte als Vorspeise und nicht als Nachspeise gereicht werden.
  • Fleisch, Wurst und Eier führen zu einer erhöhten Säureproduktion. Sie enthalten viele Purine (Grundsubstanzen der Zellen), Phosphor und Schwefel. Letztere sind saure Stoffe, die Purine sind basisch. Diese werden jedoch über die Harnsäure abgebaut. Die Harnsäure wird bei Tieren über Allantoin abgebaut und neutralisiert. Diesen Entgiftungsmechanismus gibt es beim Menschen nicht. Etwa 2% der Harnsäure kann der menschliche Organismus neutralisieren. Die restlichen 98% können sich in den Gelenken und in den Geweben anreichern und gichtige Beschwerden hervorrufen. Purine finden sich auch in pflanzlichen Lebensmitteln (Tee, Kaffee, Kakao, Hülsenfrüchte u.a.m), weswegen die betreffenden Lebensmittel auch in der säurebildenden Kategorie einzuordnen sind.





Weitere, ergänzende Informationen und praktische Tipps gebe ich in der Sprechstunde.

Wichtig:

Inwieweit ich Fragen zu Krankheiten, deren Ursachen und Therapieansätze oder zu mir bekannten Therapeuten in Ihrer Wohnortnähe oder anderswo beantworte, lesen Sie bitte unter Große Bitte nach.
Ich bedanke mich für ihr Verständnis.

"Sauer macht lustig", sagten die Bäume und lachten sich tot...